Ein Einblick in die Geschichte
Am 01.03.1972 schlossen sich die Gemeinden Dielheim und Horrenberg mit den Ortsteilen Balzfeld, Unterhof und Oberhof im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform zur Gesamtgemeinde Dielheim zusammen.
Im Jahre 1272 erscheinen Dielheim und Horrenberg bereits gemeinsam in einer Urkunde des Bischofs Heinrich von Speyer, in der vermerkt ist, dass dieser einige Jahre zuvor die Burg Horrenberg und Teile von Dielheim erworben hat. Seit dieser Zeit (Balzfeld seit 1366) hatten die Gemeinden, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, eine gemeinsame Geschichte als Teil des Bistums Speyer, seit 1806 des Großherzogtums Baden.
Ursprünglich gehörten alle Ortsteile zur Urmark Dielheim, von der die Gemarkungen von Baiertal und Balzfeld abgetrennt wurden. Später erfolgte dann eine weitere Zerteilung der Gemarkungen durch die Gründung von Horrenberg, Unterhof und Oberhof, bis eben 1972.
Horrenberg liegt an der uralten Straßenverbindung von Speyer über Wimpfen nach Nürnberg. Von der Römerzeit bis ins späte Mittelalter zählte sie zu den wichtigsten Verkehrswegen in Deutschland. 1433 wird sie als Reichsstraße erwähnt. In alten Urkunden ist oft von der "Kaiserstraße" die Rede, da im Laufe der Jahrhunderte hohe und höchste Persönlichkeiten diese Straße benutzten. So zogen beispielsweise der römische Feldherr Julian 359, der Hunnenkönig Attila 451, König Konrad III. 1150, König Philipp von Schwaben 1199, Kaiser Friedrich II. 1205 und König Heinrich VII. 1224 an der Stelle wo heute Horrenberg liegt, vorüber.
Etwa um das Jahr 1220 wurde, wohl zum Schutze der Straße und der daraus erwachsenden Zolleinnahmen, auf einem Hügel neben der sumpfigen Leimbachsiedlung die Horenburg ( Hor = Sumpf ) erbaut. Um die Burg herum entstand zu deren Versorgung im Laufe der Zeit ein kleines Dorf.
Mit Dieter von Horrenberg wird 1238 erstmals ein Adliger genannt, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nach der neuen Burg nannte. Vor dem Jahre 1272 erwarb Bischof Heinrich von Speyer den oberen Bruhrain, wozu auch Horrenberg gehörte. Die diesen Kauf betreffende Urkunde ist die erste eindeutige Erwähnung Horrenbergs, da alle älteren Urkunden wegen der Schreibgleichheit mit Hornberg am Neckar nicht mit Sicherheit einem der beiden Orte zuzuordnen sind. 1366 bestätigte Kaiser Karl IV. Bischof Lamprecht von Speyer die Rechte an den Zolleinnahmen zu Horrenberg. Mit Else von Horrenberg starb die Familie derer von Horrenberg Mitte des 15. Jahrhunderts aus.
Von 1462 bis 1498 musste Speyer Horrenberg an die Kurpfalz abtreten. Der Bauernkrieg führte wahrscheinlich 1525 zur Zerstörung der Burg durch aufständische Bauern des sogenannten "Malscher Haufens". Nach dem Jahr 1525 wird die Burg im Jahre 1618 noch einmal als bereits verfallen erwähnt. 1541 wurden Bischof Philipp II. von Speyer durch Kaiser Karl V. die Zoll- und Geleitsrechte durch Horrenberg erneut bestätigt.
Im Dreißigjährigen Krieg erlitt Horrenberg das gleiche Schicksal wie die umliegenden Dörfer. Von 1618 - 1648 wurde der Ort immer wieder von kaiserlichen, schwedischen, bayerischen und französischen Truppen geplündert. Über 2/3 der Horrenberger fielen diesem Krieg zum Opfer. 1658 wurde in Horrenberg und Balzfeld zusammen nur 16 Untertanen des Bischofs gezählt. 20 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden für Horrenberg 12 bewohnte Häuser erwähnt.
Heute ist Horrenberg durch moderne Wohnviertel geprägt. In der Mitte des Dorfes liegen das schöne ehemalige Rathhaus aus dem Jahr 1842 und der Burgberg, der kaum noch Spuren der einstigen Burganlage zeigt, jedoch findet man bei vielen alten Häusern noch Steine die wohl zu Burg gehörten und auch der Burgbrunnen ist noch erhalten.